Die mittlerweile modernste Art für Werbung sind wohl Aufkleber. Ob auf Autos, auf Fensterscheiben oder auf Hauswänden, überall sind sie zu sehen. Doch stellt sich hier die Frage: Wie werden sie eigentlich produziert, wie werden sie gedruckt?
Es gibt verschiedene Druckverfahren für Aufkleber, die wir hier vorstellen möchten.
Zum Einem gibt es den Digitaldruck mit Lösungsmitteltinte. Er eignet sich eher für kleinere und mittlere Auflagen, sowie für personalisierte Drucke. Dabei werden die zu druckende Objekte direkt und ohne Zwischenträger an die Druckmaschine gesendet. Durch die Lösungsmitteltinte ist der Druck kratzunempfindlich sowie UV-und wetterbeständig. Auch sind individuelle Formen durch den Konturenschnitt möglich.
Zum anderen gibt es auch den Siebdruck, der eher für hohe Auflagen geeignet ist.
Die Grafik, die gedruckt werden soll, wird fotografisch auf das Sieb als Druckschablone aufgebracht und verhindert so, dass die Stellen, die frei bleiben sollen, bedruckt werden.
Für jeden neuen Farbaufdruck muss eine neue Schablone erstellt werden, deswegen lohnt es sich nicht, kleine Auflagen von Aufkleber mit dem Siebdruckverfahren zu drucken. Auch diese Druckart ist kratzunemfindlich sowie UV-und wetterbeständig. Durch Stanzungen sind auch hier individuelle Formen möglich.
Das wohl am Meisten eingesetzte Verfahren ist der so genannte Offsetdruck.
Dieser Druck basiert auf der natürlichen gegenseitigen Abstoßung von Wasser und Fett. Die Druckplatten (aus mehrfach beschichtetem Aluminium oder Zink) werden an den Stellen, die frei bleiben sollen, mit Wasser benetzt. Danach wird die fetthaltige Farbe darübergegossen. Die Stellen, die mit Wasser benetzt wurden, nehmen keine Farbe auf und bleiben so frei.
Eine mit einem Gummituch überzogene Walze wird darübergeführt und nimmt die Farbe auf. Erst jetzt wird die Farbe auf die zu bedruckende Fläche aufgetragen. Dieses Druckverfahren wird auch "indirektes Druckverfahren" genannt, da durch die Übertragung mit der Walze eine seitenverkehrte Auflage entsteht. Diese Druckart ist jedoch nur bedingt wetterbeständig, doch der Vorteil hier ist, dass auch Sonderfarben gedruckt werden können, die aus den Basisfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz gemischt werden. Auch hier ist nur eine hohe Auflage lohnenswert, da dieses Verfahren sowohl Zeit- als auch Materialaufwändig ist.
Text: Manuel Stock