Eintritt frei für Männer

Männer sind an allem Übel schuld? Frauen sind das wahre starke Geschlecht? Väter sind die schlechteren Mütter? Und überhaupt könnte die Menschheit sehr gut auf die männliche Hälfte verzichten? Falls Sie auch nur auf eine dieser Fragen mit einem beherzten „Ja!“ antworten können, befinden Sie sich im Irrtum. Den Beweis tritt der Autor und Männerrechtler Wolfgang Gogolin in seinem neuen Roman „Eintritt frei für Männer“ an.
In der Fortsetzung seines Rundumschlags gegen den feministischen Zeitgeist „Der Puppenkaspar“, widmet sich der Autor einmal mehr seinem Lieblingsthema: Dem humorlosen Feminismus, der alles besser weiß, vor allem, dass Männer ein Übel der Welt seien. Gewohnt satirisch schießt der Hamburger eine Spitze nach der anderen gegen den radikalten Feminismus und macht sich für den Maskulismus stark, der Gegenströmung, die vor allem in der Literatur noch viel zu wenig Beachtung gefunden hat.
Dabei darf Gogolins augenzwinkernde Kritik durchaus als augenöffnend verstanden werden. Auf rund 120 Seiten rechnet der Autor mit dem Feminismus ab, ohne sein eigentliches Ziel aus dem Fokus zu verlieren: Die wirre Ideologie einer geradezu hysterisch die Frauen als das „bessere Geschlecht“ darstellenden Gegenwartskultur und –politik nach Strich und Faden zu entlarven. Tabus kennt Gogolin keine, denn schon Herbert Grönemeyer sang: „Wann ist ein Mann ein Mann?“
Wolfgang Gogolin kennt die Antwort: Ein Mann ist dann ein Mann, wenn er wieder ein solcher sein darf, ohne von einer feminisierten Gesellschaft permanent belehrt zu werden, was er denn nun schon wieder falsch gemacht habe. Schließlich befinden sich Männer in einer ausweglosen Falle: Einfühlsam sollen sie sein, Familienmensch, aber auch ganz der selbstbewusste Karrieretyp und ein wenig Macho. Wie man diese Widersprüche vereinen soll, darüber scheint sich kaum jemand Gedanken zu machen.
Abgesehen vom „Puppenkaspar“, der in „Eintritt frei für Männer“ schonungslos mit dem feministischen Zeitgeist abrechnet, indem er ihn auf spöttische Weise demaskiert.
Gogolins Roman ist ein wichtiges Stück Literatur, denn es fertigt nicht nur ein Psychogramm seltsamer Ideologien an, sondern zeigt vor allem die Auswirkungen auf den Einzelnen, indem die Voraussetzungen umgedreht werden. Plötzlich werden Frauen nicht mehr wie selbstverständlich bevorzugt, sondern müssen mit der Tatsache leben, dass sie auch „nur“ Menschen sind. Manch einem Leser, nicht nur Frauen, wird mitunter gewiss das Lachen im Hals stecken bleiben. Doch gerade Satire muss auch einmal „wehtun“, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Eine Kunst, die nicht alle Schriftsteller beherrschen – der routinierte Autor Wolfgang Gogolin hingegen jongliert mit den Eitelkeiten und Befremdlichkeiten seiner Überlegungen derart gekonnt, dass man ihm einfach nicht böse sein kann.
Wer sich von „Eintritt frei für Männer“ auf den Schlips getreten fühlt, kann sich mit dem Gedanken trösten, dass es von einem Mann geschrieben wurde. Und die sind ja an allem Schuld, oder?



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Eintritt frei für Männer - Autor Wolfgang Gogolin