Haarwuchs und Haarausfall
View PDF | Print View
by: alopezie
Total views: 10
Word Count: 542
Date: Thu, 30 Apr 2009 Time: 9:17 PM
0 comments
Haarausfall ist meistens keine Krankheit, dennoch leiden die Betroffenen ganz erheblich. Der Haarverlust wird in der Regel durch eine entsprechende Veranlagung ausgelöst, Eltern und Geschwister haben oft sehr ähnliche Probleme.
Eigentlich dient das Haar nicht der Schönheit, sondern ganz simpel dem Schutz vor Sonne und Kälte. Im Verlauf der Jahrtausende hat der Mensch aber die meisten seiner Haare verloren, die heutige Haarpracht ist lediglich ein kleines Überbleibsel. Um diese Schutzfunktion erfüllen, hat die Biologie dem Menschen ein sehr komplexes System auf den Weg gegeben.
Jedes Haar ist für sich gesehen ein fast autonomer Produktions-Apparat von Haar. Er arbeitet in einem so genannten Haarwuchs-Zyklus. Das Haar geht über eine lang anhaltende Wachstumsphase (Anagenphase genannt) in einer Ruhephase über, und wird dann schließlich in der dritten Phase ausgeworfen. Der Zyklus beginnt nun von Neuem. Dies erfolgt bei allen Haaren (der Mensch besitzt weit über 100.000 Haare) völlig unabhängig, so dass dieser Prozess normalerweise völlig unsichtbar bleibt. Erst wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen, wird das Problem der Glatze sichtbar.
Diese genetische Eigenschaft kann im übrigen genutzt werden, um bei einem Mann mit Haarausfall mittels einer Haartransplantation Haare von dem in der Regel lange dicht behaarten Hinterkopf in die vorderen Bereiche zu verpflanzen. Die so verpflanzten Haare wachsen fast ungestört weiter, und können die entstandenen Lücken bei einer gelungenen Haarverpflanzung gut auffüllen.
Aber in der Regel ist dies ein Schritt, der erst nach einem normalen Behandlungsversuch erfolgen sollte. Ansatzpunkt der meisten Präparate gegen die Alopezie sind die männlichen Geschlechtshormone. Neben der entsprechenden genetischer Veranlagung sind es diese Hormone die Wachstum und Ausfall der Haare beeinflussen.
Beim Haarverlust von Männern kommen Präparate mit dem Wirkstoff Finasterid (Handelsname Propecia) zum Einsatz, ergänzt durch ein breites mehr oder weniger seriöses Sortiment von Produkten. Als Arzneimittel gegen Haarausfall zugelassen sind nur wenige Produkte. Ein weiteres wichtiges Präparat ist Minoxidil, das äußerlich angewendet wird. In Deutschland ist es derzeit nur unter dem Handelsnamen Regaine erhältlich. Minoxidil kann von Männern und Frauen angewendet werden, seine Mechanismus ist auch nicht auf die Hormone ausgerichtet, sondern auf die Verbesserung der Nährstoffaufnahme und Blut-Zirkulation im Haarfollikel.
Nur bei Frauen angewendet werden Hormone, die in ähnlicher Form auch in Verhütungspillen enthalten sind.
Ganz entscheidend ist es immer, bei Haarausfall möglichst frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen. Denn je länger die Haarfollikel ihre Tätigkeit eingestellt haben, umso schwieriger ist es sie zu reaktivieren. Realistisch gesehen sind aber die Chancen, die ursprüngliche Haarpracht wiederherzustellen gering. Produkte gegen Haarausfall die dies Versprechen sind mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Es ist meistens im Einzelfall möglich, dass ein gutes Ergebnis erreicht wird, im Durchschnitt aller Anwender ist bereits ein Stillstand des Haarverlust das als Erfolg zu werten
About the Author
A. Staetgen, Forum Haarausfall Alopezie.de
Rating: Not yet rated